Jedes neue Jahr bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich, aber auch neue Chancen. Bei AiNA soa sind die ersten Monate selten die sichtbarsten, oft aber die entscheidendsten. In diesen ruhigeren Momenten, fernab der Intensität von Einsätzen, werden die Grundlagen für das kommende Jahr gelegt.

Wenn die Regenzeit zur Zeit des Aufbaus wird

In Antananarivo verändern die ersten Regenfälle des Jahres den Alltag. Strassen werden schwerer zugänglich, Reisen in abgelegene Regionen komplizierter und das Tempo der praktischen Einsätze verlangsamt sich ganz natürlich. Das Team bleibt daher grösstenteils in der Hauptstadt und verbindet Büroarbeit mit lokalen Schulungen.

Die Wochen werden genutzt für Reflexion und Weiterentwicklung. Die Trainer nehmen sich die Zeit, Schulungsunterlagen zu überarbeiten, Inhalte entsprechend den neuesten internationalen Empfehlungen zu aktualisieren und wertvolles Feedback von früheren Teilnehmenden zu integrieren.

Währen dieser ruhigeren Atmosphäre entsteht neuer Inhalt. Kameras werden eingeschaltet, Szenarien entwickelt, Demonstrationen gefilmt. Das Team wird aktiv um Videos zu produzieren und weiterhin wichtiges Erste-Hilfe-Wissen zu verbreiten, auch aus der Ferne.

Treffen, in den Regionen: die ersten Schritte des FAWAY-Projekts

Dann kommt der Moment, wieder aufzubrechen. Anfang März machte sich das Team auf den Weg in die Region Mid-West in Madagaskar. Mit dem Start des FAWAY-Projekts, welches in Partnerschaft mit dem Ministerium für Jugend und Sport durchgeführt wird, begann ein neues Kapitel.

FA-WAY steht für „First Aid for Women and Youth“ (Erste Hilfe für Frauen und Jugendliche) und konzentriert sich darauf, Frauen und Jugendliche in Erster Hilfe zu schulen. Diese Bevölkerungsgruppen sollen unterstützt werden, um ihre persönlichen Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen zu stärken und dadurch positive Veränderungen in Madagaskar zu bewirken.

Von 2024 bis 2025 wurde dieses Projekt in vier Distrikten an der Ostküste Madagaskars umgesetzt. Aufbauend auf den erzielten Ergebnissen und den während dieser ersten Phase gewonnenen Erkenntnissen, plant AiNA soa eine weitere Phase, die zum Ziel hat, das Projekt in anderen Regionen im zentral-westlichen Madagaskar umzusetzen und so zu erweitern

Von Mandoto nach Morondava, über Miandrivazo und Mahabo, war jeder Halt von bedeutungsvollen Begegnungen geprägt. Es fanden Treffen mit regionalen Behörden, Distriktverantwortlichen, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Vertretenden des Ministeriums sowie mit Jugendorganisationen statt.

Mit jedem Austausch wurde das Projekt greifbarer. Ziele vorstellen, Erwartungen anhören, Erkenntnisse sammeln… Diese Höflichkeitsbesuche waren weit mehr als blosse Formalitäten. Sie halfen das Projekt im lokalen Kontext zu verankern, an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen und von Anfang an eine solide Grundlage für die Zusammenarbeit zu schaffen.

Ziele vorstellen, Erwartungen anhören, Erkenntnisse sammeln…Mit jedem Austausch wurde das Projekt greifbarer

Lernen neu gestalten: wenn Erste Hilfe zum Spiel wird

Was wäre, wenn das Erlernen lebensrettender Massnahmen auch Spass macht?
Mit dieser Idee im Hinterkopf arbeitet das Team von AiNA soa seit letztem Jahr an einem besonderen Projekt: einem Brettspiel rund um die Erste Hilfe. Eine ambitionierte Initiative, die darauf abzielt, Lernen zugänglicher, interaktiver und ansprechender zu gestalten.

In den letzten Monaten hat das Projekt einen wichtigen Meilenstein erreicht: seinem allerersten Test. Noch nicht mit der Öffentlichkeit, sondern intern. Rund um einen Tisch versammelt, entdeckten die Teammitglieder das Spiel gemeinsam. Sie probierten es aus, stellten Fragen und diskutierten teilweise lebhaft.

Rückmeldungen flossen, und gleichzeitig entstanden neue Ideen. Einige Regeln wurden verfeinert, andere überarbeitet. Doch eines wurde schnell klar: Das Spiel hat grosses Potenzial. Über seinen pädagogischen Wert hinaus schuf die Erfahrung auch einen Moment der Verbundenheit, der den Teamgeist und die Kommunikation stärkte.

Heute aufbauen, um morgen besser handeln zu können

Diese ersten Monate des Jahres erinnern uns an etwas Wesentliches: Hinter jeder Aktion auf Einsätzen steckt unsichtbare, aber grundlegende Arbeit: vorbereiten, zuhören, testen, anpassen. Jeder Schritt zählt um eine nachhaltige und wirkungsvolle Veränderung zu erreichen.

Da das Jahr gerade erst begonnen hat, ist das Team von AiNA soa entschlossener denn je, seine Mission zu verfolgen: sicherzustellen, dass eines Tages jeder Mensch in Madagaskar das Wissen und das Vertrauen hat, Leben zu retten.

Mirindra