Team in Madagaskar


Ich kam 2014 erstmals zu AiNA Soa als Erste-Hilfe-Trainer. Und ehrlich gesagt war Erste Hilfe als solche, für mich als ausgebildeter Arzt ein Bereich, über den ich damals nur wenig wusste. Auch Gruppenmoderation und Methoden der Erwachsenenbildung waren für mich Neuland. Was jedoch alles veränderte, war das Vertrauen, das die Organisation mir von Anfang an entgegenbrachte. Dieses Vertrauen bewegte mich dazu, über mich hinauszuwachsen. Irgendwo auf diesem Weg entdeckte ich etwas, was ich vorher nicht über mich wusste: Ich liebe es zu unterrichten. Das bedeutete zunächst meine Komfortzone zu verlassen. Mit der Zeit wurde es dann zu einer echten Leidenschaft.
Im Laufe der Jahre wuchs dieses Vertrauen weiter. Ich übernahm die Leitung des medizinischen Teams und wurde schliesslich Landeskoordinator. Es ist eine Aufgabe, die ich bis heute ausübe, nicht wegen eines Titels oder einer Position, sondern weil ich an das glaube, was wir gemeinsam aufbauen.
Ein Team als introvertierter Mensch zu führen, bringt seine ganz eigenen stillen Herausforderungen mit sich. Gleichzeitig gehört es aber zu den bedeutungsvollsten Aufgaben, die ich je übernommen habe. Ich denke oft an die Worte von Zig Ziglar:
„The cornerstones of a balanced success are honesty, character, integrity, faith, love, and loyalty.“ / „Die Grundpfeiler eines ausgewogenen Erfolgs sind Ehrlichkeit, Charakter, Integrität, Glaube, Liebe und Loyalität.“Diese Werte spiegeln, die von AiNA Soa beinahe vollkommen wider und sind ein wesentlicher Grund dafür, warum ich mich immer wieder mit Überzeugung engagiere.
Von all dem, was wir erreicht haben, bleibt mir besonders das FAWAY-Projekt an der Ostküste Madagaskars in Erinnerung. Zu sehen, wie junge Menschen, die wir zu Ersthelfern ausgebildet haben, später selbst andere ausbilden, zeigt ganz konkret, was „Empowering for Change“ wirklich bedeutet. Genau dieser Multiplikationseffekt treibt mich an.
Mein Ziel hier ist eigentlich ganz einfach: Ich möchte sehen, wie meine Kolleginnen und Kollegen aufblühen und wie diese Werte in allem, was wir gemeinsam tun, lebendig werden.

Mein Weg mit AiNA Soa begann im Februar 2013 – nicht mit einem Vertrag, nicht mit einem Gehalt, sondern mit einer Berufung.
Ich kam zunächst als Übersetzer und half das Erste-Hilfe-Schulungshandbuch ins Malagasy zu übertragen, sowie bei unseren Veranstaltungen zwischen den Sprachen zu vermitteln. Im Laufe der Jahre entwickelte sich diese Rolle natürlich weiter. Ich fühlte mich immer stärker vom Leben der Organisation angezogen – zunächst durch Aufgaben in den Bereichen Finanzen und Planung, später auch im Personalwesen. Nicht, weil man es mir aufgetragen hätte, sondern weil ich dort beitragen wollte, wo ich am dringendsten gebraucht wurde. Genau das bedeutet der Einsatz in AiNA Soa für mich: sich mit ganzem Herzen einbringen, wie und wo man gebraucht wird.
Was mich Jahr für Jahr hier hält, ist eigentlich ganz einfach: die Werte von AiNA Soa. Es ist eine christliche NGO, die den Menschen in Madagaskar aufrichtig dient. Schon der erste Wert unserer Gründer, der Glaube an Gott, entspricht zutiefst dem, wer ich bin. Ihm möchte ich in allen Dingen vertrauen und so arbeiten, als würde er selbst über meine Schulter schauen. Das ist nicht nur eine Arbeitshaltung. Das ist meine Lebenshaltung.
Eine meiner unvergesslichsten Erfahrungen war unser Einsatz und Reise nach Anosibe An’Ala. Ich legte dabei ungefähr 50 Kilometer zu Fuss zurück, wahrscheinlich die längste Strecke, die ich jemals in meinem Leben gelaufen bin. Um die Gemeinden zu erreichen, in denen wir Erste-Hilfe-Schulungen durchführten, nutzten wir so ziemlich jedes erdenkliche Transportmittel: Taxi-Brousse, Lastwagen, Fahrrad, Motorrad und sogar einen Motorkarren. Es war anstrengend, unvorhersehbar und jede einzelne Mühe wert.

Ich habe am 4. Mai 2014 bei AiNA Soa gestartet – das bedeutet zwölf Jahre Engagement für eine Organisation, die mich zu der Person gemacht hat, die ich heute bin.
Ich begann als medizinische Trainerin und ging vor Allem mit auf Einsätze, um Erste-Hilfe-Kenntnisse zu vermitteln. Im Verlauf der Zeit erhielt ich von der Organisation das Vertrauen für neue Möglichkeiten, die ich nicht erwartet hatte: Ich übernahm zunächst die Leitung der medizinischen Teams, danach Aufgaben in der Einsatzplanung, der Freiwilligenkoordination und dem Gästemanagement, bevor ich schliesslich meine heutige Rolle der Teamleiterin Administration & Planungs-Managerin übernahm. Diese schrittweise Entwicklung, von der Basis zur Führungskraft, war der bedeutendste Teil meines Weges bis hier. Ich bin nicht nur beruflich, sondern auch persönlich gewachsen.
Heute unterstütze ich die Teams, begleite die Planung und helfe dabei, einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Zudem fungiere ich als Kommunikationsschnittstelle innerhalb der Organisation und sorge dafür, dass die Aktivitäten bereichsübergreifend kohärent und effizient bleiben.
Was mich ursprünglich zu AiNA Soa hinzog, war die Vision: Menschen in Madagaskar befähigen, Verantwortung für ihre eigene Entwicklung zu übernehmen und dazu beizutragen, ihr Land positiv zu verändern. Die Vision sprach etwas in mir an, was ich schon lange in mir trug. Ich fühlte mich schon immer berufen, anderen zu helfen und meinen eigenen „anjara biriky“, meinen kleinen Beitrag, zum Aufbau von etwas Grösserem zu leisten. AiNA Soa gab mir den Raum, diese Berufung in die Tat umzusetzen.
Der Wert, der mich am tiefsten anspricht, ist das Streben nach Qualität und sozialer Gerechtigkeit. Er entspricht meiner eigenen Überzeugung: stets mein Bestes zu geben, mit Integrität und Engagement, und auf meine eigene Weise ein Segen für die Menschen um mich herum zu sein.
Eine der Erfahrungen, die mich am meisten prägten, waren die Einsätze in ländlichen Gemeinden der Region Alaotra Mangoro. Lange Fahrten im Taxi-Brousse, gefolgt von Reisen mit dem Motorrad oder Fahrrad, um abgelegene Dörfer zu erreichen – das war zugleich eine Herausforderung wie auch ein Abenteuer, das mich weit über meine Komfortzone hinausführte. Diese Einsätze zeigten mir die Schönheit meines Landes, führten mir aber auch die Realität der Gemeinden vor Augen, die kaum oder gar keinen Zugang zu Gesundheitsversorgung und Notfalldiensten haben. Sie vertieften mein Verständnis dafür, warum unsere Arbeit so wichtig ist.
Nichts macht das deutlicher, als von Teilnehmenden zu hören, dass sie das Wissen aus Schulungen nutzten, um jemandem zu helfen oder sogar ein Leben zu retten. Diese Geschichten bleiben mir im Gedächtnis. Sie erinnern mich daran, dass unsere Arbeit einen echten Unterschied im Leben von Menschen und Gemeinschaften bewirkt.

Ich bin 2020 zu AiNA Soa gekommen und ich hätte mir damals nie vorstellen können, wie sehr diese Entscheidung mich prägen würde.
Was mit einem Engagement im Bereich der Erste-Hilfe-Ausbildung begann, entwickelte sich inzwischen zu etwas viel Grösserem. Heute engagiere ich mich in mehreren Fachbereichen: Erste Hilfe, Brandprävention und Brandbekämpfung sowie der Ausbildung von Ausbilderinnen und Ausbildern. Gleichzeitig übernehme ich auch Aufgaben im Kontakt mit Kundinnen, Kunden und Partnerorganisationen, knüpfe neue Beziehungen und unterstütze das Wachstum und die Reichweite der Organisation.
Wachstum ist etwas, worüber ich ständig nachdenke, sowohl für mich persönlich als auch für AiNA Soa. Ich suche immer nach Möglichkeiten, Dinge besser zu machen: präzisere Schulungsinstrumente, effizientere Abläufe und neue Wege, wie Technologie (einschliesslich künstlicher Intelligenz) unser Angebot weiter verbessern kann. Innovation ist für mich kein Schlagwort, sondern eine Haltung.
Doch hinter all dem steht etwas viel Einfacheres, das mich wirklich trägt: der aufrichtige Wunsch, nützlich zu sein. Es erfüllt mich, Wissen weiterzugeben, das tatsächlich einen Unterschied macht. Sowohl im Schulungsraum mit den Teilnehmenden als auch hinter den Kulissen, wenn Kolleginnen und Kollegen ihre täglichen Herausforderungen meistern. Die Tätigkeit hier hat sich für mich nie wie ein Opfer angefühlt. Sie fühlt sich nach Sinn an.
Ein Erlebnis ist blieb mir dabei besonders in Erinnerung. Ein Teilnehmer meldete sich persönlich bei mir, um sich zu bedanken: die Erste-Hilfe-Kenntnisse aus unserer Schulung hatten es ihm ermöglicht sein eigenes Kind vor dem Ersticken zu retten. Diese Geschichte bedeutet mir mehr als jedes Zertifikat oder jeder erreichte Meilenstein. An schwierigen Tagen ist sie genau die Erinnerung, die ich brauche.
Ausserhalb von AiNA Soa bin ich bekennender Technik-Enthusiast. Ich liebe es, neue Software, Anwendungen und Plattformen zu entdecken, ihre Funktionsweise zu verstehen und darüber nachzudenken, wie sie durch Automatisierung oder kreative Lösungen den Alltag erleichtern können. In vielerlei Hinsicht ist es dieselbe Neugier, die mich auch bei AiNA Soa antreibt, nur dass sie in eine andere Richtung geht.

Lange bevor ich eine offizielle Rolle übernahm, war ich bereits Teil von AiNA Soa. Schon 2018 engagierte ich mich, einfach ohne Titel oder fixe Aufgabe, nur mit dem aufrichtigen Wunsch, Teil von etwas Sinnvollem zu sein. Im Jahr 2021 nahm dieses stille Engagement schliesslich konkrete Formen an und ich wurde Sekretärin und Kommunikationsverantwortliche der Organisation – da ich endlich meinen Platz und meine Berufung gefunden hatte.
Heute bewegen sich meine Aufgaben bei AiNA Soa an der Schnittstelle von Menschen, Informationen und konkretem Handeln. Ich koordiniere die Logistik für Schulungen, erstelle Teilnehmendenlisten, verfasse Sitzungsprotokolle, schreibe unsere halbjährlichen Newsletter für Spenderinnen und Spender und betreue unsere Facebook-Seite. Ich bin so etwas wie ein Multitalent. Ich bin an fast allem beteiligt, was mit der Administration zu tun hat. Und ich liebe genau diese Vielfalt.
Doch hinter all dem stand immer etwas Tieferes: der Wunsch, anderen zu helfen – freiwillig und ohne etwas dafür zu erwarten. Genau dieser Geist hat mich ursprünglich zu AiNA Soa geführt und hält mich bis heute hier. Besonders gerne denke ich an unseren früheren Leitsatz „Help to help“ zurück, denn ich bin überzeugt, dass die stärkste Form der Unterstützung jene ist, die sich vervielfacht.
Inzwischen haben Tausende von Menschen von den Schulungen profitiert, die ich mitorganisieren durfte. Jede Dankesnachricht sowie jedes persönliche Zeugnis erinnert mich still daran, warum ich diese Arbeit tue.
Ausserhalb von AiNA Soa tanke ich neue Kraft in der Natur und geniesse es, gemeinsam mit meiner Familie draussen unterwegs zu sein. Und an schwierigeren Tagen erinnere ich mich an einen Satz, der mir geholfen hat, dranzubleiben: „Every expert was once a beginner.“ – «Jeder Experte war zu Beginn ein Anfänger» (Rutherford B. Hayes).
Ich lerne immer noch dazu. Und genau so soll es auch sein.

Ich bin im Juni 2016 erstmals zu AiNA Soa gekommen – als Verantwortlicher für die Fahrzeuge der Organisation, die unsere Einsätze überhaupt erst möglich machen. Das ist inzwischen fast zehn Jahre her und rückblickend hätte ich mir nie vorstellen können, wie sehr dieses Engagement mich prägen würde.
Was mit Schlüsseln und gefahrenen Kilometern begann, entwickelte sich nach und nach zu Grösserem: Mit der Zeit übernahm ich zusätzlich die Logistik, die Verwaltung von Schulungsmaterialien und die Datenerfassung und wuchs gemeinsam mit der Organisation und ihren Aufgaben.
Für mich ist kein Tag wie der andere. Genau das liebe ich an meiner Arbeit. An manchen Vormittagen sitze ich im Büro und erledige administrative Aufgaben, an anderen bin ich unterwegs, um Besorgungen zu machen oder Material zu beschaffen. Meistens jedoch sitze ich am Steuer und fahre unser Team durch die verschiedenen Regionen Madagaskars, damit AiNA Soa lebenswichtiges Erste-Hilfe-Wissen zu den Gemeinschaften bringen kann, die es am dringendsten brauchen. Gerade diese Vielfalt gibt mir immer wieder neue Energie.
Ich bin ehrlich: Meine Leidenschaft für Fahrzeuge war ein Teil dessen, was mich ursprünglich zu AiNA Soa führte. Doch was mich Jahr für Jahr in der Organisation hielt, geht weit darüber hinaus. Es ist der Teamgeist, die Herzlichkeit und das Vertrauen unter den Kolleginnen und Kollegen hier in Madagaskar und die echte Verbundenheit mit unserem Vorstand in der Schweiz. Es fühlt sich weniger wie eine Organisation an, sondern vielmehr wie eine Familie, die durch ein gemeinsames Ziel verbunden ist. Das Ziel spiegelt sich in einem der Grundwerte von AiNA Soa wider: „Serving God and Others“. Für mich ist das nicht nur ein Leitprinzip der Organisation, sondern eine persönliche Verpflichtung, die mich motiviert, jeden Tag ein wenig mehr zu geben und mich mit ganzem Herzen einzubringen.
Was mir am stärksten in Erinnerung geblieben ist, sind unsere Einsätze in abgelegenen ländlichen Dörfern. Die Menschen dort waren zuvor noch nie mit Erster Hilfe in Berührung gekommen. Es war beeindruckend zu sehen, wie ihre Gesichter aufleuchteten, als sie Wissen verstanden, welches eines Tages Leben retten könnte. Genau deshalb ist diese Arbeit so wichtig.
Ich wurde immer stark von Rick Warrens Buch «The Purpose Driven Life» inspiriert. Ein Gedanke daraus hat mich besonders geprägt: „Der Wert eines Menschen liegt in seiner Fähigkeit zu geben, nicht in seiner Fähigkeit zu empfangen.“ Dieser Gedanke begleitet still alles, was ich hier tue.
Auch ausserhalb von AiNA Soa bleibe ich gerne aktiv mit Fussball, Basketball und Pétanque. Und wann immer sich die Gelegenheit ergibt, greife ich gerne zu meiner Gitarre.
Mein Einsatz bei AiNA Soa hat mir gezeigt, dass es zu den erfüllendsten Momenten im Leben gehört, herauszufinden was man liebt und diese Leidenschaft in den Dienst anderer zu stellen. Anderen zu dienen ist nicht nur das, was ich bei AiNA Soa tue. Es ist das, wer ich sein möchte.

Ich bin seit Dezember 2020 bei AiNA Soa. Auch nach fast fünf Jahren ist meine Motivation nicht kleiner geworden. Im Gegenteil: Sie ist sogar gewachsen.
Ich kam als Arzt zur Organisation, aber als unerfahrener Ausbilder. AiNA Soa gab mir den Raum, meinen Platz zu finden. Dafür bin ich sehr dankbar. Mit der Zeit begann ich, Schulungen in Erster Hilfe, Brandschutz und Train-the-Trainer-Programmen zu leiten. Inzwischen arbeite ich auch zunehmend an den Inhalten selbst, das heisst ich überarbeite Präsentationen und Handbücher, passe Materialien an unterschiedliche Zielgruppen an und beschäftige mich mit neuen Themen, wenn sich die Bedürfnisse weiterentwickeln. Es ist eine kreative Verantwortung, von der ich nie erwartet hätte, dass sie mir einmal so viel Freude bereiten würde.
Das Ausbilden ist schon seit Langem eine echte Leidenschaft von mir. Doch wirklich greifbar wird all das für mich in dem Moment, wenn die Trainerinnen und Trainer, die ich mit ausbilden durfte, selbst hinausgehen und ihre eigenen Schulungen in ländlichen Gemeinden durchführen. Genau dieser Multiplikationseffekt, dass Wissen weit über das hinaus weitergetragen wird, was ich allein erreichen könnte, ist für mich der schönste Beweis dafür, dass unsere Arbeit hier tatsächlich etwas bewegt.
Was mich neben der eigentlichen Mission immer wieder zurückbringt, sind die Verbindungen und Freundschaften, die unter den Teammitgliedern entstehen, die Vielfalt der Einsätze vor Ort und die Möglichkeit, Regionen und Kulturen kennenzulernen, denen ich sonst vermutlich nie begegnet wäre. Reisen und das Entdecken neuer kulinarischer Eindrücke gehören zu meinen grössten persönlichen Leidenschaften – AiNA Soa bereichert beides auf stille und beständige Weise.
Ich will noch in einer anderen Hinsicht ehrlich sein: ins Büro zu kommen ist alles andere als selbstverständlich. Jeden Tag lege ich fast 80 Kilometer mit dem Motorrad zurück – mit frühen Morgenstunden, späten Heimfahrten und gelegentlichen Regenschauern während der Regenzeit. Aber inzwischen sehe ich jede Fahrt als ihr eigenes kleines Abenteuer.
Dieser Perspektivenwechsel wurde auch durch «Rich Dad Poor Dad» geprägt. Dieses Buch erinnert mich daran, dass Mut, kalkuliertes Risiko und das Ergreifen von Chancen weit wichtiger sind als Bequemlichkeit. Deshalb steige ich jedes Mal ganz bewusst auf mein altes Motorrad. Immer wieder.

Ich habe 2025 als Erste-Hilfe-Trainerin bei AiNA soa gestartet.
Seitdem hat sich meine Rolle erweitert und ich bin nun auch für das Erstellen medizinischer Inhalte für unsere Facebook-Seite verantwortlich.
Da ich erst seit etwa einem Jahr bei der Organisation bin, habe ich bisher noch keinen grossen Wendepunkt erlebt, lerne jedoch kontinuierlich dazu und entwickle mich in meiner Rolle weiter.
Meine tägliche Arbeit konzentriert sich hauptsächlich auf Schulungen, die oft auch reisen beinhalten. Ausserhalb dieser Einsätze verbringe ich meinen Arbeitstag im Büro mit der Erstellung von Inhalten für unsere Facebook-Seite.
Was mich motiviert hat AiNA soa beizutreten, und was mich weiterhin dort hält ist, dass es sich um eine christliche NGO (Nichtregierungsorganisation) handelt. AiNA soas Werte stimmen eng mit meinen persönlichen Prinzipien überein.
Der Wert, der mich am meisten anspricht, ist „Mit Eigenverantwortung und Integrität arbeiten“, da er die Haltung und Verantwortung widerspiegelt, die ich versuche in meine Arbeit einzubringen.
Eine der prägendsten Erfahrungen für mich war ein Einsatz in Betafo. Obwohl dieser kurzfristig organisiert wurde, kamen viele Teilnehmer, die sehr motiviert und lernbereit waren. Ihre Begeisterung war sehr beeindruckend. Diese zu erleben, ermutigte mich und erinnerte mich daran, dass das, was ich tue, wirklich sinnvoll ist.
Ganz allgemein spüre ich die Wirkung unserer Arbeit am Ende jeder Schulung. Die Teilnehmenden drücken oft ihre Dankbarkeit aus und sagen, dass die Schulung ihre Erwartungen übertroffen und ihnen die Bedeutung des Gelernten bewusst gemacht hat.
Ein besonders bedeutender Moment war, als ein Teilnehmer unserer Schulungen in Vangaindrano im Südosten Madagaskars berichtete, dass er mit Hilfe der von uns vermittelten Fähigkeiten, ein Leben retten konnte. Er konnte erfolgreich eine Wiederbelebung durchführen, was unserer Tätigkeit eine ganz besondere Bedeutung gab.
Ausserhalb der Arbeit schaue ich gerne Filme, Animationsfilme u.a. Damit kann ich locker einen ganzen Tag verbringen.
Ein Bibelvers, der mich tief prägt, stammt aus dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten (Matthäus 25,14–30), insbesondere Vers 23:
„Recht so, du guter und treuer Diener … Komm und nimm teil an der Freude deines Herrn.“
Diese Botschaft inspiriert mich nicht nur beruflich, sondern in allen Bereichen meines Lebens. Sie motiviert mich, stets mein Bestes zu geben.

2018 stieg ich als Ehrenamtliche bei AiNA Soa ein. Was mit einer einfachen Reinigungsschicht an einem Samstag begann, entwickelte sich zu etwas, was ich mir niemals hätte vorstellen können.
In den ersten Jahren war meine Aufgabe ganz einfach: Ich kam jeden Samstag, um die Räume zu reinigen. Mit der Zeit bot mir das Team an, mehr Verantwortung zu übernehmen, unter anderem auch das Kochen für die Mitarbeitenden. Heute sorge ich dafür, dass unser Büro immer sauber und ordentlich ist und dass die Mahlzeiten, die ich für alle zubereite, so gesund und nahrhaft wie möglich sind. Es ist eine stille Art von Arbeit, aber ich glaube fest daran, dass ein sauberer und einladender Ort die Grundlage dafür schafft, dass alles andere möglich wird.
Was mich jedoch am meisten überraschte, war die Möglichkeit über meine ursprünglichen Aufgaben hinauszuwachsen. Ich durfte Teil des Teams sein, das das Privileg hatte, an einem Erste-Hilfe-Ausbilder-Zertifizierungsprogramm von Flying Instructor teilzunehmen. Das Unterrichten war schon immer eine persönliche Leidenschaft von mir und ich freue mich, diese Begeisterung in unsere Arbeit einbringen zu können, indem ich unser medizinisches Team wann immer möglich bei Schulungen unterstütze.
Und selbst wenn ich nicht direkt bei einer Schulung dabei bin, weiss ich, dass ich trotzdem ein Teil davon bin: Ich bin verantwortlich für die Reinigung und Pflege unserer gesamten Schulungsausrüstung und sorge dafür, dass alles vorbereitet und in einwandfreiem Zustand für unsere Trainerinnen, Trainer und Teilnehmenden ist.
Es freut mich immer sehr, wenn Besucher unsere Räumlichkeiten zufrieden verlassen. Wenn sie die Sorgfalt bemerken, mit der wir den Ort sauber und einladend halten. Dieser stille Moment der Zufriedenheit bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich immer sehr mit unseren TrainerInnen, wenn sie von ihren Einsätzen zurückkehren und bin stolz auf das, was wir gemeinsam aufbauen.
Ich bin heute genauso begeistert wie an meinem allerersten Samstag bei AiNA Soa. Solange ich hier helfen kann, kann ich mir nicht vorstellen, irgendwo anders zu sein. Es erfüllt mich mit Freude zu sehen, wie die Menschen um mich herum wachsen und sich weiterentwickeln – sowohl in ihrer Aufgabe als auch in ihrem Leben. Mir persönlich ist es wichtig, Gott bei allem was ich tue, an erste Stelle zu setzen. Dies gibt jeder Aufgabe, egal wie klein sie erscheinen mag, einen tieferen Sinn.

Ich bin 2024 als Erste-Hilfe-Trainer zu AiNA Soa gekommen. Irgendwo auf diesem Weg öffnete mir dieser erste Schritt Türen, die ich nicht erwartet hätte. Ich habe mich im Bereich Brandschutzschulungen weiterentwickelt und bin Ausbildner für neue Trainer geworden. Jede neue Aufgabe hat mich sowohl als Arzt als auch als Mensch geprägt und wachsen lassen.
Meine Zeit bei AiNA Soa teilt sich ganz natürlich in zwei Teile auf, die ich beide gleich mag. Im Ausseneinsatz leite ich Schulungen für Gruppen und Organisationen in ganz Madagaskar. Zurück im Büro stecke ich dieselbe Energie in die Entwicklung neuer Projekte, die Verbesserung unserer Schulungsinstrumente und die Vertiefung meiner eigenen Praxis. Beides trägt dazu bei, dass ich offen für Neues, aber auch bodenständig bleibe.
Was mich zu diesen Aufgaben hinzieht, ist eigentlich ganz einfach: Ich möchte etwas tun, das den Menschen wirklich hilft. Ich möchte dazu beitragen, Schritt für Schritt durch jede einzelne Schulung ein besseres Madagaskar aufzubauen. Nicht alles auf einmal – sondern stetig, sinnvoll und mit dem Blick nach vorne.
Die Momente, die mir am längsten in Erinnerung bleiben, sind immer jene ausserhalb der Hauptstadt. In verschiedene Regionen zu reisen bedeutet mehr, als nur Entfernungen zurückzulegen – es bedeutet, neue Landschaften zu entdecken, Gemeinden mit ihren eigenen Geschichten kennenzulernen und immer wieder herausgefordert zu werden, sich anzupassen.Jede Bevölkerungsgruppe hat unterschiedliche Bedürfnisse. Zu lernen diese wahrzunehmen, sich darauf einzustellen und angemessen darauf zu reagieren, liess mich zu einem besseren Trainer werden, als es irgendeine Universität oder Schule hätte tun können. Ich bin als solcher sehr gewachsen.
Ausserhalb meines Engagements bei AiNA soa bin ich am glücklichsten, wenn ich unterwegs bin oder Zeit mit den Menschen verbringe, die mir wichtig sind. Ich reise, wann immer sich die Gelegenheit bietet, geniesse die Zeit mit Freunden und Familie, tauche gerne in Filme, Serien und Anime ein und finde Freude am Gamen. Auch interessiert mich alles rund um Autos und Motorräder. Und wenn das Leben einmal etwas ruhiger wird, gibt es zur Abrundung kaum etwas besseres als ein gutes Buch.

Ich habe einen Hintergrund in Allgemeinmedizin und begann meine Reise mit AiNA soa zu einem Zeitpunkt in meinem Leben, als alles in diese Richtung zu weisen schien. Ich glaube fest daran, dass es Gott war, der mich hierhergeführt hat und jeder Tag bestätigt mir, dass ich genau dort bin, wo ich sein soll.
Ich teile die Werte von AiNA soa voll und ganz. Das Leben ist kurz und für mich ist es wichtig, so zu leben, dass es einen positiven Einfluss auf andere hat. Die Mission der Organisation – anderen zu helfen, Leben zu retten – verleiht dem, was ich jeden Tag tue, echten Sinn.
Als Erste-Hilfe-Lehrerin kann ich nicht nur lebensrettendes Wissen weitergeben, sondern mich auch beruflich und persönlich weiterentwickeln. Ich erweitere laufend meine medizinischen Kenntnisse und meine Fähigkeiten in neuen Bereichen, um die Qualität unserer Ausbildung kontinuierlich zu verbessern.
Als introvertierter Mensch ist es eine echte Herausforderung, vor Gruppe zu stehen, Sitzungen zu leiten, laut zu sprechen und mit den Teilnehmern in Kontakt zu treten. Doch genau diese Herausforderung hilft mir, eine bessere Version meiner selbst zu werden.
Einer der eindrücklichsten Momente, die ich erlebt habe, war während einer meiner ersten Missionen, als die jungen Teilnehmer eine unglaubliche Motivation und einen starken Lernwillen zeigten. Sie wollten nicht, dass die Schulung zu Ende geht, sondern sie wollten mehr. Dieses Engagement, besonders in abgelegenen Gebieten, gibt mir Hoffnung für die Zukunft unseres Landes. Es erinnert mich daran, dass sich jeder Kilometer, den wir zurücklegen, lohnt, denn dort draussen warten Menschen, die bereit sind, zu lernen und zu wachsen.